Weil wir alle so unterschiedlich sind, geht Gott mit jedem von uns einzigartige, strategisch wundervoll geplante und liebevoll vorbereitete Wege. Manchmal erkennen wir sie und können davon berichten. Manchmal werden sie erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar. Hier ein paar persönliche Erlebnisse die uns gestatten, Gott sozusagen "bei der Arbeit" zuzusehen.
das berichten unsere Schüler
Corinna S.
In meinem Leben war ich ziemlich gefangen im Leistungsdenken. In diesem ersten Schuljahr LebensArt 25/26 wurden Gedankenmuster und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Leistungsdenken aufgerüttelt, infrage gestellt und neue Freiheit breitet sich aus.
Angefangen habe ich dieses Jahr damit, alle Vorgaben und Empfehlungen zu verfolgen, mit dem Ziel diese genau, ordentlich und richtig umzusetzen. Ich wollte ja schließlich eine „gute und vorbildliche Schülerin“ sein. Sei es, den Bibelleseplan genau zu verfolgen oder die Bücher aus der Bücherliste in der „richtigen“ Reihenfolge und im vorgegebenen Zeitraum zu lesen oder auch die Wochenrückblicke rechtzeitig zu schreiben. Es ging mir darum, diese Aufgaben und „To-Dos“ zu erfüllen und sie gut zu machen. Ich bin ziemlich schnell in ein Muster gekommen, wo es mir „nur noch“ darum ging, meine Erwartungen und meinen ziemlich hohen „Standard“ zu erfüllen und diesen nur noch hinterherzulaufen.
Gott hat mit der Zeit dieses Muster Aufgebrochen und mir ein Verständnis dafür gegeben, dass es nicht allein darauf ankommt, diese Dinge abzuhaken. So hat Gott mich in Prozesse geführt, bei denen ich immer wieder mein „JA“ dazugegeben habe. Ich habe wahrgenommen, dass Gott nur dann mit mir in die Prozesse geht, wenn ich mein „JA“ dazugebe. Somit habe ich eine Entscheidungsfreiheit – er zwingt keinen, sondern ich habe die Wahl, ob ich in ein Thema mich hineinführen lasse oder mich dafür verschließe. So führte mich Gott weg von den „To-Dos“, die ich aus Pflichtbewusstsein getan habe, weil es „gut und richtig“ ist, hin zum Gespräch und zur Interaktion mit ihm.
Ich habe mich dafür geöffnet und mich dafür entschieden, dass ich Gott immer mehr im Alltag fragen will, was dran ist und was nicht. Sowohl diese Entscheidung als auch die Entscheidung, mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen, waren für mich wichtig, um auf Dinge gestoßen werden zu können. Gott hat mich sanft über Themen stolpern lassen, wie Grenzen/Grenzsetzung („NEIN“-sagen), mehr im Sein leben/aus dem Sein agieren, Familiengeschichte anschauen, Entscheidungen, Bewusstsein für meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche, etc. Ich hatte das Gefühl, als würde ich nicht nur über diese Themen stolpern, sondern als würde Gott mich einladen, diese Dinge genauer anzuschauen – immer mit dem Versprechen darin mitzugehen. Diese offene Frage von Gott – „wenn du magst, könnten wir diesen Bereich deines Lebens anschauen“ – führte mich immer weiter weg von diesem inneren Gedanken „ich muss noch dies oder das erledigen“ in ein „oh, irgendwie bin ich darüber gestolpert, lass uns mal schauen, was Gott da tun will“.
Entstanden ist ein Bewusstsein darüber, dass ich mich bewusst für diesen Prozess entscheiden darf und dass diese Entscheidung von meiner Seite notwendig ist, dass ein Prozess entstehen kann. Aus dieser bewussten Entscheidung konnte ich mit Gottes Hilfe und Begleitung in diesem ersten Jahr viele Schritte und Wege gehen. Entscheidungsfindung und Umsetzung sind nicht immer nur leichter geworden, aber häufiger bewusster und klarer. Auch wenn ich spüre, dass Leistungsgedanken hochkommen wollen oder mein „Richtig/Falsch“-Denken sich breitmachen will, merke ich, wie ich mich dafür entscheiden kann, das nicht mehr als meine Motivation anzunehmen, sondern immer mehr auf Jesus zu schauen.
Ich durfte erleben, dass dort, wo ich mein „JA“ gegeben habe, Gott mit mir reingegangen ist – sei es, dass mir Dinge aufgefallen sind, dass ich Zusammenhänge erkannt habe oder dass ich z.B. Bibellesen auf eine neu in meinem Alltag integrieren konnte.