Gottes Wege mit uns...

... so individuell wie wir!

Weil wir alle so unterschiedlich sind, geht Gott mit jedem von uns einzigartige, strategisch wundervoll geplante und liebevoll vorbereitete Wege. Manchmal erkennen wir sie und können davon berichten. Manchmal werden sie erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar. Hier ein paar persönliche Erlebnisse die uns gestatten, Gott sozusagen "bei der Arbeit" zuzusehen.

das berichten unsere Schüler

Joana S.

Vor der Lebensart war mein Leben wie eine Achterbahn mit Gott. Die höchste Phase war um 2014. Dort hatte ich den ersten Kontakt mit der Lebensart. Ich lernte durch Heilungsseminare eine für mich damals ganz neue Art der Jesusnachfolge kennen. Ich war etwa 13, total begeistert von Gott, voller Glauben und Sehnsucht, Gottes Wunder zu sehen. Jedoch habe ich mich nicht wirklich mit dem Glauben auseinandergesetzt und mich im Alltag wenig mit Gott beschäftigt. Angriffe kamen, gegen die ich mich nicht zu wehren wusste, und der Absturz kam, nicht plötzlich, aber schleichend.

Danach begann eine Zeit, in der ich als Christ gelebt habe, aber eigentlich nie wirklich den Zugang zu Gott gespürt habe. Ich suchte meinen Wert im Natürlichen. Durch Mobbing und das Leben als Mittelkind mit verschiedenen kranken Geschwistern habe ich dabei schnell gelernt: „Ich werde nicht angenommen, wenn ich wirklich zeige, wie ich bin“; „Die anderen sind bedeutungsvoller und ich mache wahrscheinlich keinen Unterschied.“ Diese Gedanken

waren, wenn auch unbewusst, irgendwie in mir verankert und das bis ins Erwachsenenalter. Das führte auch irgendwie zu meinem Gottesbild: Ich muss erst mich in Ordnung bringen und kann dann zu Gott kommen. Mein Gottesbild war geprägt von einem verurteilenden Gott, was auch zu Scham geführt hat. Ich blieb deshalb im Glauben, aber nicht in der Beziehung.

Mehrere Versuche, das zu ändern, sogar eine theologische Ausbildung, führten nicht zu dem Ort, wo ich eigentlich hinwollte. In der Zeit der Ausbildung verstarb dann recht plötzlich meine Mutter an Krebs. Ich hatte durch meinen Glauben die Hoffnung auf ein Wiedersehen, machte aber gleichzeitig auch Gott für den Tod verantwortlich. Zu dieser Zeit hörte ich erneut von der Lebensart und ihren Gedanken, dass Gott alle heilen möchte. Das machte mich wütend: „Das würde ja bedeuten, dass der Teufel stärker ist als Gott oder wir oder meine Mutter durch zu wenig Glauben selbst schuld sind.“ Ich war nicht gut auf die Schule zu sprechen. Unbewusst machte ich sie dabei auch verantwortlich für einige Dinge, die nach den Heilungsseminaren damals passiert sind: für Leiden von Personen, einige im ähnlichen Alter wie ich, die bei den geistlichen Angriffen nicht aufgefangen wurden.

Mit der Zeit merkte ich, wie ich irgendwie ohne Feuer durch die Welt ging. Ich lebte mein Leben, aber irgendwie war alles, was passierte und auch was ich machte, mir egal. Ich erinnere mich daran, dass Lehrer meiner Ausbildung fragten: „Wofür brennt dein Feuer und was lässt es brennen?“ Ich merkte: „In mir brennt irgendwie gar kein Feuer.“ Ich hatte Sehnsucht danach, dass sich das ändert, und wusste: „Das kann nur Gott.“

Deshalb beschloss ich, den Jakobsweg nach meiner Ausbildung zu gehen, um wieder in die Beziehung mit ihm zu kommen. Ich hatte schon alles dafür vorbereitet und wollte in zwei Wochen nach Spanien reisen. Da saß ich in der Vineyard Stendal im Gottesdienst und die neuen Lebensartschüler wurden eingesegnet. Ich dachte mir nicht viel dabei. Jedoch kam dann ein prophetisches Wort: „Es wird noch eine Schülerin dieses Jahr dazukommen.“ Ich erinnere mich,wie ich auf meinem Platz saß und auf einmal klar wusste: Ich bin diese Schülerin. Ich bin also zu Mareike, der Leiterin in Stendal, gegangen. Zwei Tage später saß ich im Unterricht der Lebensart.

Der Anfang war schwer. Ich hatte großes Misstrauen und versuchte in jedem Unterricht selbst zu prüfen, ob das, was die Lehrer mir sagen, wirklich stimmt. Meine Seele schrie: „Brich diese Schule ab“, nur das klare Wort von Gott hielt mich davon ab. Bei einem Schulbegleitungsgespräch erzählte ich von meinen Gefühlen und Gedanken. Meine Begleiterin führte mich dann in Vergebungsprozesse. Ich vergab meiner Familie, der Schule, meiner Gemeindeleitung und noch anderen. Gleichzeitig sagte Gott mir an diesem Tag, dass er mir die Last nehmen möchte, alles selbst zu prüfen. Er bat mich, dass ich ihn prüfen lasse.

Ab da betete ich eine Zeit lang vor jedem Unterricht, dass Gott das Gesagte für mich prüfen soll. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich für mich sehr viel in meinem Leben.

Ich erlebte Gott als liebenden, gnädigen und guten Gott. Ich verstand, dass er uns geliebt hat, als wir noch Feinde von ihm waren. So sehr, dass er seinen Sohn zu uns sandte, damit wir einen Zugang zu ihm bekommen können. Wieso sollte er mich jetzt nicht annehmen, wo Jesus schon für meine Sünden gestorben ist? Ich erlebte zudem Befreiung in einem Thema, welches mich mit großer Scham erfüllt hat, weil ich es selbst nicht geschafft habe, es loszuwerden. Ich habe gelernt: Jesus erwartet nicht von mir, als perfekter Mensch zu ihm zu kommen, sondern er geht die Themen mit mir zusammen an. Ich habe dabei die Liebe von Jesus und auch die Liebe von den Menschen erfahren, die Jesus lieben. Das erste Mal habe ich mich getraut, ohne Scham über verschiedene Themen mit Gott und mit vertrauten Menschen zu reden, und dabei gemerkt, wie wertvoll es ist, Licht in das Dunkel zu bringen. Ich habe dabei gemerkt, dass nicht Gott mir die Scham einredet, sondern der Feind. Gott aber ist an meinem Wachstum interessiert.

Dabei habe ich meinen Wert als Heiliger erkannt. Ich habe gelernt, dass ich kein Sünder bin, sondern ein Heiliger, der Probleme mit Sünden hat. Meine vorherigen Gedanken, dass ich nicht angenommen und nicht bedeutungsvoll bin, verschwanden einfach, ohne dass ich es bewusst merkte. Ich fing an, meinen Wert in ihm zu verankern. Ebenso schrieb mir Gott ins Herz, dass er mich brauchen möchte, um einen Unterschied zu machen. Dazu ließ er mich auch Werke seiner Herrlichkeit sehen. Beispielsweise betete ich für Leute und sie wurden gesund.

Ebenso erfuhr ich ihn auch als denjenigen, der mir in schwieriger Zeit beisteht. Ich hörte auf, ihn als Verantwortlichen zu sehen, wenn etwas Schlimmes passiert. So fing ich an, mich in Situationen an ihn zu wenden und mich nicht von ihm abzuwenden. Das hat mich durch einige Situationen in diesem Jahr getragen.

In diesem Jahr veränderte sich also mein Gottesbild sehr stark. Aber das ist noch nicht alles.

Daneben wurde mein Feuer wieder ganz neu entfacht. Ich entwickelte eine Freude daran, Zeit mit Gott zu verbringen. Ebenso auch eine Sehnsucht danach, dass sich sein Reich ausbreitet. Ich hatte zuvor keinen Funken mehr in mir. Aber jetzt brodelt das Feuer total. Vorher war der Glaube da, aber mehr theoretisch. Jetzt ist der Glaube da, in Beziehung zu Gott.

All das sind Erfahrungen, die ich nicht mehr missen möchte und für die ich total dankbar bin. Ich habe gemerkt: Der Weg mit Jesus macht wirklich frei. Und ich musste nichts für diese Sachen tun, außer mich auf das einzulassen, was er für mich will. Das Einzige, was ich tun musste, war: „JA“ zu sagen. Ich bin gespannt zu sehen, was er noch alles für mich hat, wenn ich weiterhin „JA“ sage.

Alena S.

Um zu verstehen, was Gott während des einem Jahres Lebensart in meinem Leben gemacht hat, muss ich etwas weiter ausholen:

Ich hatte vor über 10 Jahren das erste Mal Kontakt zu der LebensArt Schule, als diese zu einem Missions- und Heilungstrip nach Stendal gekommen ist. Da war ich etwa 14 Jahre alt. Ich war massiv begeistert und voller Feuer dabei. In diesem Missionseinsatz habe ich für Menschen gebetet, Heilungen auf der Straße erlebt, und selber Heilung erfahren. Ich war begeistert und für mich war klar: Diese Schule LebensArt mache ich auch irgendwann. 

Doch nach diesem Missionstrip verlor ich einen Teil der Heilung, die ich erlebt hatte wieder und es ging mir innerhalb der nächsten Jahre ziemlich schnell zunehmend schlecht. Die Angriffe des Feindes kamen massiv. Ich hatte starke Depressionen, mit selbstverletzendem Verhalten und Essstörungen… 

Ich entwickelte einen Zorn auf die Lebensart, die diese Themen, für mich offensichtlich, wachgerüttelt hatte. Außerdem verstand ich nicht, wie es wahr sein kann, dass Gott für alle Menschen das Beste will, während ich trotzdem mit geistig und körperlich behinderten Geschwistern aufwachse. Auch die schlimmen Geschichten von meinen vielen Pflegegeschwistern ließen mich daran zweifeln, dass Gott immer Gutes will und immer heilen will. Wenn Gott immer heilen wollen würde und Heilung nicht passierte, trotz Beten, musste ich ja was falsch machen - vielleicht falsch beten - eine andere Erklärung gab es für mich nicht. 

2018 ging es mir so schlecht, dass ich in eine psychiatrische Klinik für ein viertel Jahr eingewiesen wurde, mit mäßigem Erfolg. Danach verließ ich mein Elternhaus um mit einem mehr oder weniger fremden, atheistischen Mann zusammen zu ziehen. Ich begann eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und wurde einigermaßen stabil. Aber nie wirklich heil. Ich bezeichnete mich noch als Christin. Aber Jesus war schon lange nicht mehr mein Mittelpunkt. Selten ging ich in Gottesdienste, aber wirklich dem lebendigem Gott bin ich dort kaum begegnet.

Ohne die Liebe und Unterstützung, sowie die Gebete meiner Familie wäre ich an diesem Zeitpunkt richtig doll abgestürzt. Insbesondere meine Mama war zu dieser Zeit meine Stütze, half mir während der Trennungsphase von dem Mann, führte mich immer wieder zurück in die Liebe von Jesus und an sein Herz. Ich begann wieder Worship zu spielen, kam 2021 zurück nach Hause, begann eine Arbeit, nahm ein Pflegekind auf und war glücklich. Ich war nicht super stabil, aber eine nach außen glückliche starke Christin mit innen riesigen aufgebauten Mauern, unstabil, einem selbst erbautem Kartenhaus, mit dem ich mein Innerstes schütze. So konnte ich gut leben, dachte ich. Es durfte nur nichts an dem Kartenhaus wackeln.

2022 ist meine Mama innerhalb kürzester Zeit nach einer schweren Krebsdiagnose an den Folgen einer Hirnblutung gestorben und somit eine der wichtigsten Personen in meinem Leben. 

Jesus war da als Tröster selbst und durch viele mich liebende Menschen in meinem Umfeld. Aber ein Teil meines Glaubens in die Lehre, die ich von der LebensArt- Schule immer gehört hatte von einem übernatürlichen, liebenden, allmächtigen und immer Heilung wollenden Gott starb mit meiner Mama. Und tief in mir wuchs ein Zorn auf ihn. 

Als 2023 die LebensArt Schule als Set-a-Light nach Stendal kam, waren meine innere unerkannte Wut und mein Groll auf ihrem Höhepunkt. Für mich stand fest: Diese Schule mache ich nicht.

Einige Monate vergingen, bis es zu einem Wendepunkt kam. Es war in einer Gemeindeversammlung, es ging um genau dieses Thema: LebensArt-Schule und in mir rumorte mein Groll. Ich wollte nicht, dass es diese Schule hier in Stendal gibt. In diese immer weiter wachsende Wut an diesem Abend hinein hat Gott plötzlich ganz klar zu mir gesprochen: „Alena, warum wehrst du dich so sehr dagegen, dass ich mir Jünger ausbilde?“ Mich traf es. Das Gefühl, das ich danach hatte, kann ich nicht beschreiben, aber mir war klar: Ich mache diese Schule.

Im Sommer 2025 habe ich dann das erste Schuljahr begonnen. Mit klopfendem Herzen, Menschenfurcht, insbesondere vor den Lehrern, Misstrauen und einer riesigen Angst.

Auch vor dem Schuljahr hatte ich schon viele Gespräche mit Mareike, der Schulleiterin in denen ich meine Ängste thematisierte. Ich hatte so große Angst, aufzufliegen, entblößt zu werden und das Gott mein unstabiles Kartenhaus umstoßen würde. Es gab immerhin so so viele Themen, die ich angucken könnte, wo ich innere Heilung brauchen würde, wo mein Gottesbild schief war, die im Dunklen lagen, auf denen Scham lag… Ich hatte einfach Angst, vor Überforderung und komplett den Halt zu verlieren. In einem dieser Gespräche hat Gott mir einen wunderschönen ermutigenden Eindruck geschenkt:

Er hat mir gezeigt, dass er mit diesem Kartenhaus, was ich mein Innerstes nannte, ganz ganz sanft umgehen würde. Noch viel sanfter als ich. Er würde niemals mein Kartenhaus einstürzen lassen. Er hat mir gezeigt, wie er immer zu den richtigen Zeitpunkten, an den richtigen Momenten eine Karte vorsichtig herausziehen würde, mit meiner Erlaubnis. Er setze sich mit mir hin und fragte: „Wollen wir uns diese Karte mal anschauen?“ Und wir schauten gemeinsam drauf, redeten über das Thema und Heilung passierte. Und dann tauschte er die Karte gegen einen goldenen Stein aus - etwas wunderschönes, etwas stabiles, etwas, das nur von ihm kommen könnte. 

Dieser Eindruck hat mich das ganze Schuljahr über begleitet und hat sich bestätigt. Gott wollte nicht mein innerstes zerwühlen und mein Kartenhaus umstürzen, sondern mich lehren, mich formen, mich innerlich heiler machen und vor allem wollte er unsere Beziehung noch einmal komplett revolutionieren und neu machen.

Die Themen, die in der Schule dran waren, waren hilfreich dabei, Gott, mich selbst und seinen Plan für mich in seinem Reich zu entdecken. Ich hatte immer das Gefühl, unser Schulleiter würde meine Themen alle kennen und wüßte genau, welche Themen bei mir grade dran sind und sucht sich dazu passend ein Teaching aus. So treffend und perfekt getimed war Gottes Wirken. Ich hatte so viele „AHA“ und „OH“ Momente, wie noch nie zuvor. Ich fühlte mich liebevoll ertappt, verstand mich selbst plötzlich, fühlte mich nicht allein mit meinen Themen. Ein leises anklopfen von Jesus der fragte: „Na, wollen wir uns diese Karte mal anschauen?“ Eine Einladung. Eine Begegnung mit ihm, Befreiung, Heilung und Heiligung. Und dann ein neuer goldener stabiler Stein. 

In den Unterrichtsstunden des Schuljahres, den Aktivierungen und besonders den Schulbegleitungsgesprächen, die die aufgebrochenen Themen auffingen, schauten wir uns viele meiner Karten an. Es ging um die Themen Mama sein, Identität, Heilung und Befreiung und meine riesige Verletzung, meine Trauer und meine vielen Fragen zu diesem Thema. Gott war mit mir dran und hat mit mir auch meine Verletzung von vor über 10 Jahren, die LebensArt betreffend, angeschaut und aufgeräumt, ich habe vergeben können. Ich kann bei Weitem nicht alles, was er tut verstehen und oft handelt er anders, als ich es erwarten oder wünschen würde, aber jetzt kann ich wieder sagen: Gott ist ein liebender Gott, der IMMER Heilung und Befreiung für alle Menschen möchte. 

Weitere Themen, an denen Gott mit mir dran war, waren meine Berufung und Prozesse, die ich immer so verabscheut hatte. Doch jetzt habe ich gelernt, Prozesse zu lieben, jede Lektion haben zu wollen, Extrarunden nicht zu fürchten. 

Es ging um Verantwortung - was ist meine, was nicht, um Leitung, um Menschenfurcht, um das Rausgehen und Evangelisieren, Gottes Liebe weitertragen. Es ging um Sexualität, um Zeitmanagement, um Familie, um Sehnsüchte, Träume, Routinen, Bibellehre, Gottesbild, Geld, Worship und vieles vieles mehr. Und ich habe in jedem dieser Bereiche eine Begegnung mit Gott erlebt. 

Gott hat mit mir viele viele Karten angeschaut. Einige nicht zu Ende, weil ich es noch nicht konnte, sie sind zurückgelegt, aber viele sind ausgetauscht durch Stabiles. Und die Themen, die noch nicht fertig sind, wo ich immer noch struggle und falle sind okay, denn ich liebe den Prozess, in dem ich mit Jesus stecke und die Verwandlung, die er vollführt. Das darf seine Zeit brauchen. 

Ich habe Tools für meinen Alltag bekommen, die mir helfen, Jesus in Alles mit rein zu nehmen, Lügen des Feindes aufzudecken, Jesus Willen zu erkennen für mich und für meine Beziehungen. Zuerst zu ihm und auch zu allen anderen Menschen.

Ich kann wirklich sagen, ich bin ein anderer Mensch, mit viel mehr goldenen stabilen Steinen, als noch vor einem Jahr. Ich merke die Auswirkungen von Gottes Wirken auf meine Familie, auf Konflikte, auf Freundschaften, in meiner Arbeit, auf meinen Dienst in der Gemeinde, im auf die Straße gehen, in meinem Mamasein, ja auch Auswirkungen auf mein Kind, in meinem ganz normalen Alltag und besonders auf mein aktives Leben als Jesusnachfolgerin.

Meine Angst ist komplett weg und durch totales Gottvertrauen und Liebe ausgetauscht. Und für mich gilt: Nie wieder Christ ohne Christus in der Mitte.

Corinna S.

In meinem Leben war ich ziemlich gefangen im Leistungsdenken. In diesem ersten Schuljahr LebensArt 25/26 wurden Gedankenmuster und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Leistungsdenken aufgerüttelt, infrage gestellt und neue Freiheit breitet sich aus.

Angefangen habe ich dieses Jahr damit, alle Vorgaben und Empfehlungen zu verfolgen, mit dem Ziel diese genau, ordentlich und richtig umzusetzen. Ich wollte ja schließlich eine „gute und vorbildliche Schülerin“ sein. Sei es, den Bibelleseplan genau zu verfolgen oder die Bücher aus der Bücherliste in der „richtigen“ Reihenfolge und im vorgegebenen Zeitraum zu lesen oder auch die Wochenrückblicke rechtzeitig zu schreiben. Es ging mir darum, diese Aufgaben und „To-Dos“ zu erfüllen und sie gut zu machen. Ich bin ziemlich schnell in ein Muster gekommen, wo es mir „nur noch“ darum ging, meine Erwartungen und meinen ziemlich hohen „Standard“ zu erfüllen und diesen nur noch hinterherzulaufen.

Gott hat mit der Zeit dieses Muster Aufgebrochen und mir ein Verständnis dafür gegeben, dass es nicht allein darauf ankommt, diese Dinge abzuhaken. So hat Gott mich in Prozesse geführt, bei denen ich immer wieder mein „JA“ dazugegeben habe. Ich habe wahrgenommen, dass Gott nur dann mit mir in die Prozesse geht, wenn ich mein „JA“ dazugebe. Somit habe ich eine Entscheidungsfreiheit – er zwingt keinen, sondern ich habe die Wahl, ob ich in ein Thema mich hineinführen lasse oder mich dafür verschließe. So führte mich Gott weg von den „To-Dos“, die ich aus Pflichtbewusstsein getan habe, weil es „gut und richtig“ ist, hin zum Gespräch und zur Interaktion mit ihm.

Ich habe mich dafür geöffnet und mich dafür entschieden, dass ich Gott immer mehr im Alltag fragen will, was dran ist und was nicht. Sowohl diese Entscheidung als auch die Entscheidung, mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen, waren für mich wichtig, um auf Dinge gestoßen werden zu können. Gott hat mich sanft über Themen stolpern lassen, wie Grenzen/Grenzsetzung („NEIN“-sagen), mehr im Sein leben/aus dem Sein agieren, Familiengeschichte anschauen, Entscheidungen, Bewusstsein für meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche, etc. Ich hatte das Gefühl, als würde ich nicht nur über diese Themen stolpern, sondern als würde Gott mich einladen, diese Dinge genauer anzuschauen – immer mit dem Versprechen darin mitzugehen. Diese offene Frage von Gott – „wenn du magst, könnten wir diesen Bereich deines Lebens anschauen“ – führte mich immer weiter weg von diesem inneren Gedanken „ich muss noch dies oder das erledigen“ in ein „oh, irgendwie bin ich darüber gestolpert, lass uns mal schauen, was Gott da tun will“.

Entstanden ist ein Bewusstsein darüber, dass ich mich bewusst für diesen Prozess entscheiden darf und dass diese Entscheidung von meiner Seite notwendig ist, dass ein Prozess entstehen kann. Aus dieser bewussten Entscheidung konnte ich mit Gottes Hilfe und Begleitung in diesem ersten Jahr viele Schritte und Wege gehen. Entscheidungsfindung und Umsetzung sind nicht immer nur leichter geworden, aber häufiger bewusster und klarer. Auch wenn ich spüre, dass Leistungsgedanken hochkommen wollen oder mein „Richtig/Falsch“-Denken sich breitmachen will, merke ich, wie ich mich dafür entscheiden kann, das nicht mehr als meine Motivation anzunehmen, sondern immer mehr auf Jesus zu schauen.

Ich durfte erleben, dass dort, wo ich mein „JA“ gegeben habe, Gott mit mir reingegangen ist – sei es, dass mir Dinge aufgefallen sind, dass ich Zusammenhänge erkannt habe oder dass ich z.B. Bibellesen auf eine neu in meinem Alltag integrieren konnte.