Diese Worte betete ich inständig, unter Tränen, aber aus vollstem Herzen. Was war passiert? Nach fast sechs Monaten wollte ich endlich zu meinem Freund nach Kuba fliegen und ihn besuchen (er macht dort ein freiwilliges Jahr). Alles war gepackt, der Flug monatelang gebucht, ich war pünktlich am Flughafen in Berlin. Doch ich durfte nicht starten wegem fehlendem Transitvisum für Toronto, wo ich umsteigen sollte. Mein erster Flug, allein, gleich beim Check-In gescheitert. Das langherbeigesehnte Treffen schien auf einmal so unfassbar weit.

"Gott, nicht mein Wille, sondern dein Wiille geschehe! Wenn du willst, dass ich nach Kuba zu meinem Freund komme, dann bring du mich dort hin. Und wenn nicht, hilf mir, auch das zu ertragen."

Nach einigem Hin und Her stand fest: Heute kannst du nicht mehr fliegen. Doch Gottes Wille war nicht, dass ich aufgebe, sondern, dass ich ihm vertraue.

So startete ich zwei Tage später mit neu gebuchtem Flug, Umstieg nur in Deutschland. Kurz vor der Landung kam erneut große Unruhe und Ungewissheit in mir auf: Hatte mein Freund mitbekommen, dass ich komme? Ich wusste es nicht, denn er hatte sein Handy verloren und nur sporadisch Internetzugang. Nein, er hatte es nicht mitbekommen. Aber Gott sorgte für mich: Er nahm mir meine Übelkeit und schenkte mir Klarheit, nachdem ich völlig überfordert am Flughafen in Havanna zu ihm schrie. Er sorgte dafür, dass eine SMS aus Deutschland ankam, in der stand, dass mein Freund immer noch nicht auf E-Mails geantwortet hat. (Es kann manchmal einige Stunden dauern, bis SMS übertragen werden.) Das war für mich die Bestätigung, das Zeichen, um das ich Gott gebeten hatte. So nahm ich mein Gepäck und suchte ein Taxi - ohne Spanischkenntnisse ein kleines Abenteuer. Gott schickte mir englischsprechende, hilfsbereite Kubaner. Die Adresse, die ich dem Taxifahrer geben konnte, hatte ich nur, weil ich dachte, sie für eine Zollerklärung zu benötigen (was nicht der Fall war). Dort angekommen, war meine Ansprechperson nicht vor Ort, auch telefonisch nicht erreichbar. Gott schickte mir einen spanischen Freiwilligen, der selbst erst seit vier Tagen in Kuba war, gut Englisch sprach und vermittelte. Wieder nach einigem Hin und Her saß ich in einem Auto mit fünf Kubanern und dem Spanier auf dem Weg zur Wohnung meines Freundes. "Hoffentlich ist er zu Hause, hoffentlich arbeitet er nicht oder ist zu Freunden gegangen. Herr, hilf mir.", ratterte es durch meinen Kopf. Gott erhörte mein Gebet: Ich durfte meinem völlig überraschten Freund in die Arme fallen.

Die ganze Zeit über versorgte Jesus mich mit allem, was ich brauchte: Klarheit, Weisheit, Kraft, die richtigen Leute zur richtigen Zeit und er gab mir seinen Frieden. Es war ein Abenteuer, bei dem ich erleben durfte, wie Gott mich in seiner Liebe trägt und wie viel größer seine Pläne sind als unsere.